Dienstag, 24. August 2010

„Gott gab den Europäern die Uhr und Afrika die Zeit“

In den folgenden Blogeinträgen möchte ich mal gerne mehr auf typisch südafrikanische Dinge eingehen und wohl ein paar Klischees bestätigen, aber auch einiges neues berichten.

Beginnen werde ich wohl mit einer eher sehr allgemeinen afrikanischen „Eigenheit“, nämlich dem dann doch etwas anderem Verständnis von Zeit. Dazu habe ich ja auch schon ein typisches afrikanisches Sprichwort als Überschrift ausgesucht. Das andere Zeitverständnis macht sich schon direkt in der Sprache bemerkbar. Wenn man hier nämlich jemanden sagen hört dass er etwas „now“ machen wird, („now“ ist das englische Wort für „Jetzt “), bedeutet das noch lange nicht dass es jetzt geschehen wird. „«now, now» ist schneller als «now», während «just now» schon nahe Zukunft ist. Verspricht ein Südafrikaner also einen Rückruf «now», so kann das eine gute Stunde in Anspruch nehmen. «Just now» wäre immerhin die Hälfte dieser Zeitspanne, während «now, now» diesen Zeitraum erneut halbiert. Umgehende Handlung dagegen ist garantiert, wenn der Rückruf mit «right now» angekündigt wird.“ (Quelle: Ostsee-Zeitung.de, Südafrika ABC: J wie Just now)
Zum Thema Zeit gibt es auch noch einen etwas humorvolleren Spruch, der mit dem Spitznamen Cape Town spielt. „Why is Cape Town also called the „Mother City“? Because it takes nine months to get anything done. Ein anderer Spitzname für Cape Town isttt „Slaapst“, es heißt soviel wie Schlafstadt, und ist vom Afrikaans Wort für Kapstadt („Kaapstad“) abgeleitet, denn „slaap“ heißt schlafen, im Gegensatz zu Johannesburg, ist Kapstadt nämlich sehr langsam und eher etwas fauler. Dazu kann ich auch direkt ein Beispiel nennen, nämlich Reuben, unser Hausmeister in der Schule. Wenn er morgens ankommt, geht er erstmal gemütlich in den „Staffroom“ und macht sich einen Kaffee. Nachdem er diesen in Ruhe aus getrunken hat, macht er sich auf den Weg zu seinem Werkräumchen.Dort holt er sich dann z.B. einen Hammer und einen Nagel um ein Regal festzunageln. Beim Regal angekommen stellt er dann fest, dass es der falsche Nagel war und läuft dann gemächlich zurück zu seinem Werkraum um EINEN weiteren Nagel zu holen, um dann vielleicht ein weiteres mal zurück laufen zu müssen weil der Nagel immer noch der Falsche war.

Das war jetzt mal so ein kleiner Einblick zum Thema Zeitverständnis in Kapstadt.

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