Da unter der Woche nicht viel passiert ist, außer das ich endlich das Meer genießen konnte und es trotz Wind genossen habe, werde ich mich aufs Wochenende konzentrieren.
Also fange ich jetzt erstmal mit Freitagabend an.
Freitagabend sind Phil und ich wieder in den Red Hering gegangen, der Bar in Nordhoek. Diesmal haben wir ein paar nette Leute, die hier in der Gegend wohnen, kennen gelernt. Sie haben uns auch sofort angeboten uns die Gegend zu zeigen und wenn wir fragen haben können wir sie einfach anrufen.
Zwei von denen haben sogar eine Bezug zu Deutschland, aber irgendwie scheint das hier jeder fast jeder Weiße zu haben. Jedenfalls hat der Eine eine deutsche Freundin, die in Berlin wohnt und der Andere eine deutsche Großmutter, die in München wohnt.
So und nun zu Heute.
Heute war ich mit Yvette, sie ist die Klassenlehrerin der 7.Klasse, beim Frühlingsfest der Dassenberg Waldorfschool, in der Nähe von Atlantis (1 1/2 Std. Autofahrt). Ich hatte dort einen wunderbaren Tag und habe wie nicht anders zu erwarten auch dort Deutsche getroffen. Wobei das eingeplant war. Denn Ortrud, Waldorflehrerin in Oberursel, ist eine Freundin von Yvette. Ortrut fährt nun seit 6 Jahren jedes Jahr für 2-4 Wochen mit einigen 11./12.Klässlern zu Dassenberg Waldorfschool um dort Projekt durchzuführen. Diese Projekte bestehen meistens darin, dass ein neuer Klassenraum oder ähnliches gebaut wird. Diesmal waren es vier 11.Klässler die einen Werkraum gebaut haben und mit der 6. und 7.Klasse Solar-Taschenlampen „gebastelt“ haben.
Ich hab mich ein bisschen mit den 11.Klässlern unterhalten, leider waren sie sehr schüchtern und zurückhaltend, aber es war trotzdem interessant. Sie sind nun alle froh, dass sie jetzt heimfahren, denn für sie war es eine harte Erfahrung. Sie haben in Gastfamilien in den Townships gelebt und somit viel miterlebt. So habe ich ein weiteres Mal gehört, das es in den Townships sehr viele Menschen mit Alkohol und Drogenproblemen gibt. So gehen z.B. sehr viele Freitags wenn der Lohn kommt, erstmal zum Shop, kaufen Alk oder in eine Art Bar und besaufen sich. Zudem läuft den ganzen Tag der Fernseher sehr laut und wenn kein Fernseher da ist, ein Radio.
Auf dieser Schule sind fast nur coloured und black people, von denen sehr viele aus dem ganz in der nähe liegendem Township kommen und das merkt man schon allein an der Atmosphäre die in der Schule herrscht. Die Atmosphäre ist schwer zu beschreiben, aber komplett anders als an der Imhoff und ich denke dort für einen längere Zeit als Europäer zu arbeiten ist nicht einfach und eine harte Zeit. Auch haben die meisten Lehrer an dieser Schule keine Waldorfausbildung und maximal ein „Waldorf - Seminar“ besucht, aber die Schule ist froh wenn sie überhaupt genug Lehrer hat.
Jedenfalls gab es Braai (südafrikanisch für Grill, grillen, …), Kinderschminken, eine Hüpfburg, Rimbamusik, eine Modenschau mit den Kids, und ein paar Dinge mehr.
Das Wetter ist auch anders, denn es herrscht so gut wie kein Wind, und bei 25°C und praller Sonne ist das ganz schön heiß und verbrannte Schultern sind vorprogrammiert, wenn man wie ich sich nicht eincremt. Jedenfalls habe ich nun leicht rote Schultern.
Später am Nachmittag waren Ortrud, Yvette und ich dann noch in Melkbossstrand und haben dort gemütlich in einer Bar was getrunken, als ich bezahlen wollte habe ich dann gemerkt, dass ich kein Portemonaie dabei habe und hab erstmal Panik bekommen, da ich davon ausgegangen war das ich meins mitgenommen hatte. Ich hab dann erstmal die Meyers und Phil angerufen, aber niemand war zu Hause. Als wir dann am Blouberghstrand waren, hab ich dann ne SMS von Phil bekommen, das es zu Hause ist und der Tag war gerettet.
Der Strand war echt genial, aber da es der atlantische Ozean ist, sehr kalt, so dass ich nur einmal kurz mit den Füßen drin war. Dafür war der Blick unglaublich, ich konnte den Tafelberg sehen und zwar aus der Perspektive aus der er immer auf den Postkarten drauf ist, es war super schön.
Also ihr merkt schon mein Tag heute war sehr voll und morgen ist dann in Nordhoek Frühlingsfest und die Imhoffschool wird dort ein paar Stände haben und Dinge verkaufen und Aktionen/ Spiele anbieten. Phil und ich werden dort den Tag über verteilt immer wieder aushelfen. (Und diesmal bin ich schlauer und nehme Sonnenmilch mit, denn wenn hier mal den ganzen Tag die Sonne scheint, kann man sich leicht verbrennen, denn durch den Wind merkt man die Sonne nicht so)
Also das wars dann heute auch mal wieder von mir.
PS: Verzeiht mir die vielen Fehler vom letzten Eintrag (hoffe diesmal sind es weniger), es war spät und ich war noch krank.
