Samstag, 31. Oktober 2009

Wochenende...


Da unter der Woche nicht viel passiert ist, außer das ich endlich das Meer genießen konnte und es trotz Wind genossen habe, werde ich mich aufs Wochenende konzentrieren.
Also fange ich jetzt erstmal mit Freitagabend an.
Freitagabend sind Phil und ich wieder in den Red Hering gegangen, der Bar in Nordhoek. Diesmal haben wir ein paar nette Leute, die hier in der Gegend wohnen, kennen gelernt. Sie haben uns auch sofort angeboten uns die Gegend zu zeigen und wenn wir fragen haben können wir sie einfach anrufen.
Zwei von denen haben sogar eine Bezug zu Deutschland, aber irgendwie scheint das hier jeder fast jeder Weiße zu haben. Jedenfalls hat der Eine eine deutsche Freundin, die in Berlin wohnt und der Andere eine deutsche Großmutter, die in München wohnt.
So und nun zu Heute.
Heute war ich mit Yvette, sie ist die Klassenlehrerin der 7.Klasse, beim Frühlingsfest der Dassenberg Waldorfschool, in der Nähe von Atlantis (1 1/2 Std. Autofahrt). Ich hatte dort einen wunderbaren Tag und habe wie nicht anders zu erwarten auch dort Deutsche getroffen. Wobei das eingeplant war. Denn Ortrud, Waldorflehrerin in Oberursel, ist eine Freundin von Yvette. Ortrut fährt nun seit 6 Jahren jedes Jahr für 2-4 Wochen mit einigen 11./12.Klässlern zu Dassenberg Waldorfschool um dort Projekt durchzuführen. Diese Projekte bestehen meistens darin, dass ein neuer Klassenraum oder ähnliches gebaut wird. Diesmal waren es vier 11.Klässler die einen Werkraum gebaut haben und mit der 6. und 7.Klasse Solar-Taschenlampen „gebastelt“ haben.
Ich hab mich ein bisschen mit den 11.Klässlern unterhalten, leider waren sie sehr schüchtern und zurückhaltend, aber es war trotzdem interessant. Sie sind nun alle froh, dass sie jetzt heimfahren, denn für sie war es eine harte Erfahrung. Sie haben in Gastfamilien in den Townships gelebt und somit viel miterlebt. So habe ich ein weiteres Mal gehört, das es in den Townships sehr viele Menschen mit Alkohol und Drogenproblemen gibt. So gehen z.B. sehr viele Freitags wenn der Lohn kommt, erstmal zum Shop, kaufen Alk oder in eine Art Bar und besaufen sich. Zudem läuft den ganzen Tag der Fernseher sehr laut und wenn kein Fernseher da ist, ein Radio.
Auf dieser Schule sind fast nur coloured und black people, von denen sehr viele aus dem ganz in der nähe liegendem Township kommen und das merkt man schon allein an der Atmosphäre die in der Schule herrscht. Die Atmosphäre ist schwer zu beschreiben, aber komplett anders als an der Imhoff und ich denke dort für einen längere Zeit als Europäer zu arbeiten ist nicht einfach und eine harte Zeit. Auch haben die meisten Lehrer an dieser Schule keine Waldorfausbildung und maximal ein „Waldorf - Seminar“ besucht, aber die Schule ist froh wenn sie überhaupt genug Lehrer hat.
Jedenfalls gab es Braai (südafrikanisch für Grill, grillen, …), Kinderschminken, eine Hüpfburg, Rimbamusik, eine Modenschau mit den Kids, und ein paar Dinge mehr.
Das Wetter ist auch anders, denn es herrscht so gut wie kein Wind, und bei 25°C und praller Sonne ist das ganz schön heiß und verbrannte Schultern sind vorprogrammiert, wenn man wie ich sich nicht eincremt. Jedenfalls habe ich nun leicht rote Schultern.
Später am Nachmittag waren Ortrud, Yvette und ich dann noch in Melkbossstrand und haben dort gemütlich in einer Bar was getrunken, als ich bezahlen wollte habe ich dann gemerkt, dass ich kein Portemonaie dabei habe und hab erstmal Panik bekommen, da ich davon ausgegangen war das ich meins mitgenommen hatte. Ich hab dann erstmal die Meyers und Phil angerufen, aber niemand war zu Hause. Als wir dann am Blouberghstrand waren, hab ich dann ne SMS von Phil bekommen, das es zu Hause ist und der Tag war gerettet.
Der Strand war echt genial, aber da es der atlantische Ozean ist, sehr kalt, so dass ich nur einmal kurz mit den Füßen drin war. Dafür war der Blick unglaublich, ich konnte den Tafelberg sehen und zwar aus der Perspektive aus der er immer auf den Postkarten drauf ist, es war super schön.


Also ihr merkt schon mein Tag heute war sehr voll und morgen ist dann in Nordhoek Frühlingsfest und die Imhoffschool wird dort ein paar Stände haben und Dinge verkaufen und Aktionen/ Spiele anbieten. Phil und ich werden dort den Tag über verteilt immer wieder aushelfen. (Und diesmal bin ich schlauer und nehme Sonnenmilch mit, denn wenn hier mal den ganzen Tag die Sonne scheint, kann man sich leicht verbrennen, denn durch den Wind merkt man die Sonne nicht so)
Also das wars dann heute auch mal wieder von mir.


PS: Verzeiht mir die vielen Fehler vom letzten Eintrag (hoffe diesmal sind es weniger), es war spät und ich war noch krank.

Montag, 26. Oktober 2009

Meine "Gastfamilie"

Die Meyers in Nordhoek am Strand



AJ (Alexander)



Mickey (Michaela)



Freitag, 23. Oktober 2009

So nun bin ich seit 34 Tagen in Südafrika und mir kommt es immer noch so vor als sei ich vor ner Woche oder so erst angekommen. Die Zeit vergeht hier echt sehr schnell. Und trotzdem fühle ich mich schon so wohl und zu Hause, dass es mir vorkommt als sei ich hier schon ewig. Ich weiß das ist jetzt ein widerspruch, aber ich denke und hoffe ihr versteht wie ich das meine.

"Stundenplan"
Inzwischen bin ich schon in ein paar mehr Klassen in der Schule am assistieren.
Der 7.Klasse helfe ich z.B. Montags und Freitags zeitweise bei ihrem Mosaicprojekt; helfe Montags aber auch noch der Eurythmielehrerin in der 3.Klasse, da sie große Schwierigkeiten mit dieser Klasse hat. Dienstagmorgens helfe ich von 9:30 bis 10 Uhr der 2.Klasse beim Lesen üben und um 11 Uhr der 1.Klasse beim Stricken; Mittwochs von 10:30 bis 12 Uhr helfe ich auch in der 2.Klasse aber diesmal beim Basteln und bei Handarbeiten. Werde nächsten Mittwoch z.B. Fenstersterne basteln und anschließend aus Märchenwolle Feen und Fabelwesen. Nachmittags helfe ich dann wie gehabt der 3.Klasse beim Häkeln. Und die restliche Zeit wo ich keine spezielle Aufgabe habe, bin ich in der 3.Klasse und helfe dort so gut ich kann.
Die Mädchen mögen mich anscheinend sehr, es gab schon die ersten Diskussionen um den Sitzplatz neben mir.

Hier ein Foto vom Sportunterricht der 3.Klasse, in welchem die Jungs Fußball und die Mädelz 1,2,3 Stop gespielt haben

Wetter
Nun zum Wetter, inzwischen ist es tagsüber meist sehr warm, zumindest solange man sich in der Sonne aufhält und wenn ich nicht die Woche über krank gewesen wäre, hätte ich sicher wie Phil das Meer genossen. Doch da ich von Montag bis Heute alles von zunächst einem kratzen im Hals, über Husten bis hin zum krassen Schnupfen und Kofschmerzen, diese Woche alles nacheinander durchmachen durfte, habe ich darauf verzichtet, sowie auf den 2 Tage Schule. Doch inzwischen gehts mir wieder besser, Gott sei dank.
Nachts wirds jedoch immer noch recht kühl und in unsere Wohnung ist es durchgehend kühl, so dass ich weiterhin mit dicken Strümpfen und Hausschuhen rumlaufe und trotzdem kalte Füße habe. (Ich muss sagen gescheit isolierte Häuser und eine Heizung sind schon was gutes, das gibts hier beides nicht).


Wochenende/ Freizeit

Mein Wochenende und meine Freizeit ist sehr unterschiedlich, doch momentan noch nicht so abwechslungsreich. Doch das wird sich sicher bald ändern.
Letzten Freitag waren Phil, Michael (schwedischer Pratikant an der Imhoff) und ich im Red Hering, dass ist eine Bar in Nordhoek, einem Nachbarort von Fish Hoek. Das wird wahrscheinlich jetzt zu unserer Stammkneipe, oder einer unseres Stammkneipen werden, denn sie hat uns sehr gut gefallen und die Jugend/ Studenten hier aus der Gegend treffen sich dort.
Morgen Vormittag werde ich an einem Origami-Workshop teilnehmen und anschließend werden Phil und ich nach Nordhoek fahren um uns der Aktion 350 anzuschließen ( http://www.350.org/de ) und sonst mal schauen was uns das Wochenende noch so bringt.

Werden sicher nach und nach die Gegend erkunden, aber das wohl eher etwas gemächlicher angehen, zum Glück ist dafür auch noch genug Zeit.

So ich werde dann jetzt mal mit meinen Bericht aufhören und mich noch ein wenig meiner englischen Bettlektüre widmen. Werd aber sicher die nächsten Tage nochmal mehr schreiben.

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Link zu ein paar Fotos von der Schule


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Blick zum indischen Ozean


Mein Bett
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Unser Küchenbereich
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Sonntag, 11. Oktober 2009

1.Schulwoche

So nun ist meine erste Schulwoche vergangen und ich habe sie bestens überstanden, wobei überstanden nicht wirklich passt, denn die Woche war sehr schön und interessant, aber nicht wirklich anstrengend.. Aber diese Woche hatte ich auch noch nicht so viel zu tun, denn ich bin noch eher Zuschauer und assistiere nur Zeitweise. Aber es ist trotzdem sehr spannend und macht mir viel Spaß.
Momentan bin ich in der 3.Klasse und folge deren Unterricht und helfe wo ich helfen kann. Ihr fragt euch jetzt sicher was ich so alles mache, ich gehe durch die Reihen, wenn die Kinder lesen, schreiben oder rechnen üben, kontrolliere alles und helfe wenn jemand Probleme mit irgendwas hat. Und Mittwochnachmittag z.B. als die 3.Klasse Handarbeiten hatte, konnte ich sehr gut helfen, denn sie fangen jetzt an häkeln zu lernen und ich als „Ex-Waldi“ kann natürlich häkeln und konnte somit helfen. Das hat mir viel Spaß gemacht, aber ich muss sagen, ich hätte nicht gedacht dass es so schwer ist, das denen zu erklären. Für mich ist häkeln total einfach, aber die haben das noch nie vorher gemacht und es ist echt schwer auf Englisch einem Kind zu erklären wie es die Hände halten soll, was es dann machen soll usw...
Ein weiteres Highlight ist der Afrikaans-Unterricht, denn die meisten Kinder auf dieser Schule können kein oder kaum Afrikaans und somit ist es gerade in den unteren Klassen interessant im Unterricht dabei zu sitzen, denn so kann man selber ein paar Worte lernen. Ich kann auch schon stolz behaupten, dass ich schon ein paar Worte gelernt habe. Aber ich muss zugeben ein paar Worte Afrikaans zu lernen ist nicht so schwer, da es viele Wort gibt, die dem Englischen oder Deutschen ähneln.
Auch wenn ich ein bisschen was die Woche über machen und helfen konnte, sitze ich noch recht viel herum und beobachte nur. Aber ich denke,, hoffe und gehe aber auch davon aus, dass sich das noch ändern wird. Phil und ich sind nun mal die ersten Volunteers an dieser Schule und die Lehrer müssen sich noch daran gewöhnen, dass sie nun Hilfe haben und diese auch in Anspruch nehmen können.
Ich freue mich jedenfalls weiterhin auf das Jahr und meine Arbeit an der Schule, denn ich habe die 3.Klasse jetzt schon in mein Herz geschlossen und ein paar Mädchen anscheinend auch schon mich und die wollen unbedingt, dass ich im November mit auf Klassenfahrt komme.
Aber auch die Lehrer sind sehr nett und sehr interessante Personen, und Phil und ich wurden sehr herzlich aufgenommen.

Auf das Gelände und das Schulgebäude bzw die Klassenhäuschen, werde ich ein ander Mal drauf eingehen, wenn ich dann endlich die Möglichkeit habe Fotos hochzulanden.

Fragen...

Diesmal will ich auf ein paar Fragen eingehen die ich so in den letzten Tagen immer wieder gestellt bekommen hab und mehr emotionale und zwischenmenschliche Dinge beschreiben.

Kulturschock?
Anfangen werde ich mit Frage, ob ich einen Kulturschock oder ähnliches erlebt hab, das kann ich direkt mal verneinen. Südafrika ist nicht wie viele sich afrikanische Länder vorstellen, haufenweise Wellblechhütten, schlecht ausgebaute Straßen, kaum Autos, immer Sommer, die Leute laufen in traditionellen Trachten herum, usw.
Natürlich ist es jetzt auch nicht so als wenn hier alles wie in Deutschland ist, aber hier ist vieles sehr europäisch und die weiße Bevölkerung hier hat ja auch eine europäische Vergangenheit., aber es ist wiederum auch nicht so, dass hier alles europäisch ist. Hier gibt es schon viele Townships, arme Leute, schlechte Straßen und im Sommer ist es sehr warm usw.
Aber ist hier ist halt beides vertreten: das europäische und das afrikanische. Hier treffen so viele verschiedene Menschen und Kulturen aufeinander, dass Südafrika nicht umsonst Regenbogennation genannt wird. Und ich freue mich auf die vielen verschiedenen Menschen die ich während des Jahres kennen lernen werde. Auf all die Dinge die diese Leute mir erzählen werden und auf die Dinge die ich hier (kennen)lernen werde, denn lernen werde ich hier sicher sehr viel.

Ein Jahr?
Es ist irgendwie komisch, am Anfang als ich mich zu diesem Freiwillingendienst entschieden habe, hatte ich Angst das ein Jahr zu lang werden würde, aber jetzt wo ich seit drei Wochen hier bin, ist es eher so, dass ich Angst habe, dass das Jahr zu schnell umgeht und ich nicht genügend Zeit finde all das Land und die Leute richtig kennen zu lernen. Schon komisch, dass ich auf einmal so denke, aber ich denke es ist ein sehr positives Zeichen. Aber ich weiß natürlich auch, dass andere Zeiten kommen werden, wo ich mir wünsche dass sie schnell vorbei gehen.Und natürlich vermisse ich meine Freunde und meine Familie schon ein wenig, aber noch hält sich das in Grenzen.

Zwischenmenschliches
Nun will ich nochmal auf meine „Gastfamilie“ und meinen Mitbewohner Phil zu sprechen zu kommen, denn zu denen wurde ich auch viel befragt.
Mit Phil verstehe ich immer noch sehr gut, er ist ein angenehmer Mitbewohner und guter Gesprächspartner, wir haben häufig Diskussionen über Gott und die Welt und sind dabei häufig verschiedener Meinung, aber das macht es umso interessanter.
Was meine Gastfamilie angeht, kann man in diesem Fall nicht wirklich von Gastfamilie sagen, denn Phil und Ich sind Tagsüber meist unter uns. Abends sitzen wir jedoch alle zusammen und haben gute Gespräche, spielen mit den Kindern, trinken Tee zusammen, usw.
Ich bin immer noch froh bei Ihnen im Haus wohnen zu dürfen. Sie sind wirklich sehr sehr nett und beide auch noch recht jung und wir kommen beide super mit Ihnen klar. Es macht echt viel Spaß sich mit Ihnen zu unterhalten und die Gespräche handeln von allem möglichen.