Dienstag, 29. Juni 2010

Impressionen


SILVERMINE
Blick über die southern Suburbs von Kapstadt
Protea



ST. JOHNS FESTIVAL
Puppetshow mit allen Lehrern der Schule
Staceys Puppet
"Mein" Hintergrund
St. Johns Feuer


World Cup 2010
Südafrika - Mexico @ Banana Jam Trenchtown
Meine Vuvuzela (@ Hyundai Fanpark)
Dean und ich @ Paulaner Biergarten, Cape Town
(Germany - Serbien)
Paulaner Biergarten
Algerien Fans nehmen Waterfront ein

Sonntag, 13. Juni 2010

Olé, olé, olé!

Olé, olé, olé!
Seit Freitag ist nun die WM voll im Gange und von mir gibt es mal wieder nach langer Zeit einen neun Eintrag. Diesmal werde ich wohl mit der Weltmeisterschaft anfangen, denn dieses wichtige kommende Event kann man hier inzwischen nicht mehr ignorieren. Aber ich werde natürlich auch noch über anderes berichten, denn in den letzten Monaten ist sehr viel passiert. Meine Familie war zu Besuch, ich bin umgezogen, mein Arbeitsfeld in der Schule hat sich geändert und hier ist es nun Winter.

Weltmeisterschaft
So nun aber erst mal ein paar Dinge zu dem Fußballereignis des Jahres. Wie schon oben erwähnt und wie wohl jeder weiß, steht die Weltmeisterschaft vor der Tür und das kann man hier weder überhören noch übersehen. In jeder Fernsehsendung  wird der Worldcup erwähnt, egal ob nun Nachrichten oderTalkshow, die WM ist Topthema Nummer Eins. Aber nicht nur in den Medien ist die WM Dauerthema, überall sieht man jetzt Menschen mit Fußballtrikots herumlaufen, die Autos sind geschmückt mit Flaggen, und in so ziemlich jeden Geschäft gibt es Souvenirs, Kleidung, Accessoires, etc. mit Länderflaggen oder dem WM Maskottchen zu kaufen. In diesem Meer aus Flaggen ist es vor allem die Südafrikanische Flagge, die einem ins Auge springt. Aber ich sehe natürlich auch europäische Flaggen an Autos und Häusern, und davon gibt es ebenfalls sehr viele.  Das zeigt wieder einmal  wie stark europäisch Kapstadt geprägt ist. Aber man hört nicht nur überall alle über die WM reden, man hört auch dauernd Vuvuzelas (http://de.wikipedia.org/wiki/Vuvuzela), das Symbol des südafrikanischen Fußballs. Es wurde sogar eine riesige Vuvuzela neben den Highway der nach Kapstadt führt aufgestellt und diese soll bei jedem Tor "geblasen" werden.
Also man merkt, Kapstadt ist bereit für die WM und die Mehrheit ist gespannt und voller Enthusiasmus. (Klar, gibt es auch Leute die dem "WM Hype" entfliehen wollen und die Ferien nutzen aus Kapstadt zu "verschwinden", denn die komplette Zeit während des Worldcups sind Ferien)
Und auch die Kids in der Schule sind voller Spannung, es gab die letzten Wochen auch immer wieder Fußballspiele und Turniere an denen "meine" Schule meist sehr erfolgreich teilgenommen hat.
Und falls ihr Euch jetzt fragt, ob ich als eingefleischte 05erin, mir wohl auch ein WM Spiel anschauen werde, so muss ich mich und Euch enttäuschen. Es wird wohl nicht klappen. Ich war einfach zu spät dran mit dem organisieren von Tickets und jetzt gibt es für Kapstadt keine Karten mehr, die ich mir leisten könnte. Aber vielleicht habe ich ja noch Glück und komme doch noch irgendwie an eine Karte. Aber ansonsten werde ich mir wohl ein paar Spiele auf einer großen Leinwand anschauen, es wird wohl ein paar Public Viewing Plätze geben. Was meine sonstigen Pläne für die Ferien angeht, kann ich leider auch noch nicht so viel sagen. Ich werde wohl ein paar Ausflüge machen und eventuell für eine Woche nach Namibia fahren, aber ansonsten ist noch nichts geplant. Aber da ich nun endlich ein Auto habe, werde ich definitiv nicht zu Hause alleine feststecken.

Winter
Der Winter ist in Südafrika zur Zeit so ähnlich wie das Wetter in Deutschland: sehr wechselhaft, von 10°C bis zu 28°C, von Sonne über wolkig bis hin zu stürmisch und richtig regnerisch. Oft hält das Wetter für ein paar Tage an und regnen kann es auch mal eine Woche am Stück, jedoch ist das Wetter meistens am Wochenende schön. Was den Winter hier etwas unangenehm macht ist der Fakt, dass die Häuser hier sehr schlecht bis gar nicht isoliert sind und Zentralheizung ist hier auch eher selten vorzufinden, was dazu führt, dass ich auch im Haus in dicker Fleecejacke rumlaufe und mich mit Tee versuche warm zu halten.

Arbeit in der Schule
Nach den Sommerferien - Ende Januar - begann ein neues Schuljahr und ich hatte dann endlich auch einen eigenen Stundenplan. Seit Anfang dieses Jahres sind meine Arbeit und meine Arbeitszeit dadurch viel strukturierter. Aber das ist nicht das Einzige was sich geändert hat. Inzwischen werde ich auch stärker im Kindergarten eingesetzt. Ich verbringe die ersten 3-4 Stunden des Vormittages im Kindergarten. Dort beschäftige ich mich mit den Kindern, die besondere Aufmerksamkeit brauchen, aber ich mache auch mit den anderen Kindern Crafts, schnippel mal Obst, mache Tee oder habe ein Auge auf diejenigen, die draußen auf den Klettergerüsten spielen. Dort im Kindergarten spüre ich mehr als in der Schule, dass mein Dienst eine wirkliche Unterstützung und Hilfe ist, dass ich wirklich gebraucht werde. Und wenn ich doch einmal nicht so viel zu tun habe, stelle ich nebenbei kleine Filzfiguren für die Jahreszeitentische der verschiedenen Kindergartengruppen her. Am späten Vormittag gehe ich dann rüber in den Unterricht, wo ich bei den Kunst- und Craftstunden mitarbeite. 

Umzug
Seit dem neuen Schuljahr ist Nomvu eine Xhosa- Lehrerin an der Schule angestellt. Sie hat kurz vor Ostern eine Wohnung gefunden, die sie mieten kann und die näher an der Schule liegt als ihre bisherige Unterkunft. Da sie noch eine Mitbewohnerin suchte und meine Wohnsituation immer schwieriger wurde, habe ich das Angebot angenommen, mit dieser Xhosa-Lehrerin und ihrer 18-jährigen Tochter (Iphendule) zusammen zu ziehen. Unsere Mini-WG klappt recht gut und da Nomvu eine echte Xhosa-Frau ist, lerne ich durch sie wieder andere kulturelle Eigenheiten kennen. Das Zusammenleben mit ihr ist ganz anders als meine Wohnerfahrungen mit dem anderen Freiwilligen. Es ist ein bisschen mehr wie ein Familienleben. Nomvu schaut nach uns beiden und das alles im Haushalt klappt, aber trotzdem habe ich weiterhin meine Freiheiten und fühle mich nicht bemuttert und Iphendule ist fast wie eine Schwester. Ich bin echt sehr froh, dass ich die Möglichkeit bekommen habe mit diesen beiden Frauen zusammen zu ziehen.


Meine Familie
Wie schon oben erwähnt war meine Familie hier bei mir zu Besuch und das für ganze drei Wochen über Ostern, was eine super schöne Zeit war. Ich habe es sehr genossen endlich mal wieder meine Familie zu sehen und ihnen etwas von meiner zweiten Heimat zu zeigen. So waren wir in der ersten Woche in Fish Hoek in einem sehr schönen Gästehaus. Hier hatte ich die Gelegenheit meinen Eltern die Schule zu zeigen, aber auch Sehenswürdigkeiten in der Umgebung, wie Boulders Beach (der Strand, wo die Pinguine leben), Chapmans Peak Drive (eine wunderschöne und malerische Küstenstraße direkt zwischen Meer und steilen Felswänden), Cape Point (Zusammentreffen beider Ozeane und südlichster Punkt Südafrikas) und vieles mehr. Nach dieser Woche ging's dann weiter mit dem Erkunden und Erleben der Garden Route. Dieser Teil Südafrikas gehört in meinem Augen mit zu den schönsten, natürlich verglichen mit den Teilen, die ich schon gesehen habe. Unsere Unterkünfte waren in Oudtshoorn (Straußenvogel Hochburg), Tsitsikamma (National Park mit Urwald, Hängebrücke, und vielem mehr), dann ging es weiter zum Höhepunkt unserer "Rundreise",  ein "Old School" Safari Camp in einem Game Reserve. Darüber würde ich euch eigentlich gerne mehr schreiben, aber das würde einfach zu viel werden, deswegen einfach nur: Das Beobachten von Tieren in "freier Wildbahn" war unglaublich faszinierend und die Tiere verhalten sich so anders als man es aus dem Zoo kennt.
Danach ging es dann wieder zurück Richtung Kapstadt über Knsysna, eine sehr schöne Stadt gelegen an einer Lagune die nur durch eine schmale "Einfahrt" (Knysna Heads) zum indischen Ozean verbunden ist. Die letzten Tage haben wir dann in der Innenstadt in einem sehr schöne Gästehaus am Fuße des Tafelbergs verbracht. Von hier aus haben wir dann eher das Zentrum erkundet, wie die Long Street, den Tafelberg, die Waterfront und den Botanical Garden.
Leider hieß es dann auch wieder viel zu schnell Abschied nehmen.
  
Sien vir julle (Tschüss auf Afrikaans) und drückt bitte alle  „unseren  Bafanas, Bafanas" und „Jogis Jungs" die Daumen