Montag, 1. Februar 2010

Road Trip
Nun will ich aber noch einmal auf meine Reise zurückkommen.Dies ist aber nur eine Kurzfassung, werde wahrscheinlich bald noch eine ausführlichere Version schreiben.

Also wie ich im Eintrag davor schon erwähnt habe, hat unser Trip am 25.Dezember begonnen. Zunächst ging es Richtung Norden nach Namibia, aber nicht an einem Tag, sondern mit zwei Übernachtungen zwischen drin. Richtung Namibia wurde es dann auch immer heißer und trockener.


In Namibia haben wir dann einen 4-tägigen Kanutrip auf dem Orange River gemacht und viele nette Leute kennen gelernt. Den letzten Abend haben wir mit 350 anderen Leuten im Base Camp, und mit einem DJ und Feuerwerk Neujahr gefeiert. 


Danach haben wir uns auf den Weg nach Johannesburg gemacht, aber wieder mit zwei Tagen Zwischenzeit. Während der Fahrt sind wir immer wieder auf den Orange River getroffen, das war sehr interessant, denn eigentlich war auch dort die Gegend Halbwüste, aber im Flusstal wurde es dann ganz grün und wir konnten viele Weinfarmen sehen. Das Nord-Kap, also die Provinz durch welche wir die ersten Tage (bis kurz vor Johannesburg) gefahren sind ist die größte aber auch die am dünnsten besiedelte Provinz. So sind wir oft lange Strecken kaum Autos begegnet. Die Straßen gehen über hunderte Kilometer einfach geradeaus und sind nur etwas hügelig.

 

 
 

In Johannesburg waren wir dann 4 Tage und haben beim Bruder unseres Gastvaters und seiner Familie gewohnt. Johannesburg war dann völlig anders als alles andere vorher. Johannesburg ist eine der Hauptstädte von Südafrika und eine typische Großstadt. Es ist sehr hektisch, es gibt viele Hochhäuser und viel Kriminalität. Letzteres spielt eine besonders große Rolle in Jo'burg, es gehört zu den gefährlichsten Städten der Welt. Eine Zeitlang gab es sogar mehr Morde als Verkehrstote, das hat sich wohl etwas verbessert, denn seit 2002 sind die Sicherheits -maßnahmen um ein vielfaches erhöht worden, doch immer noch sollte man überall mit dem Auto hinfahren und nirgendwo „einfach herum laufen“. Auch die Sicherheitsmaßnahmen an den Parkplätzen sind sehr hoch, so wird jedes Mal die Autonummer aufgeschrieben, man bekommt einen Zettel in die Hand (den man am Schluss wieder abgeben muss) und muss etwas unterschreiben und beim Wegfahren das ganze rückgängig.



Von Johannesburg aus ging es dann weiter über Kroonstad (zwei Übernachtungen) und Bloemfontein (auch zwei Übernachtungen) nach East London (auch zwei Übernachtungen), womit wir dann endlich wieder an der Küste waren. Ich hatte schon angefangen das Meer zu vermissen. 

Bloemfontein und Kroonstad sind beide sehr burisch (Buren: Als Buren (Afrikaner, Afrikaaner, Afrikaander, Kapholländer oder Weißafrikaner) werden etwa seit Ende des 18. Jahrhunderts die größtenteils Afrikaans sprechenden europäischen Einwohner Südafrikas und Namibias bezeichnet. Quelle: wikipedia) geprägt und die Leute sehr gastfreundlich. In beiden Unterkünften hatten wir sehr nette hilfsbereite und zuvorkommende „Hausherren“.
Hier auch mal kurz etwas zum Stadtbild einer typischen südafrikanischen Stadt. In der Innenstadt sieht man fast nur Farbige oder Schwarze herum laufen und die meisten Häuser sind entweder nicht fertig gebaut oder etwas heruntergekommen. Meistens gibt es dann noch ein reiches, weißes Viertel, mit vielen schönen viktorianisch und niederländisch geprägten Häusern, ein Coloured Viertel (Coloured Viertel bestehen meistens aus einfachen und sehr bunten Steinhäusern) und dann gibt es noch die Townships, in den die meisten Schwarzen wohnen, und diese Stadtteile bestehen meist aus Wellblechhäusern oder auch einfachen Steinhäusern. Die meisten Orte/Städte haben bis auf ein paar Kirchen, vielleicht einer alten Community Hall/einem Post Office architektonisch wenig zu bieten, Fast überall gibt es auch reichere Viertel, wo es viele schöne Gebäude gibt.



Nun aber zurück zum Road Trip.
Von East London sind wir dann nach Port Elizabeth aufgebrochen. Dort haben wir uns den Addo Elephant National Park angeschaut, was sehr interessant war und wir konnten alles Mögliche Game (Wild) sehen, wie z.B. Elefanten, Kudus, Wildschweine, Schildkröten, Büffel..

 
 

Von P.E. ging unsere Reise dann über die Garden Route zurück nach Cape Town, wieder mit zwei Übernachtungen zwischen drin. Die Garden Route ist wirklich ein Traum und ich freue mich jetzt schon auf den Urlaub mit meiner Familie über Ostern, denn da werden wir die Garden Route intensiver erkunden.


So das war jetzt mal ein sehr langer Bericht und eigentlich könnte ich noch viel mehr schreiben, aber ich denke das ist erst einmal genug.

Noch mehr zu den letzten 3 Monaten....und Themen wie Politische Ämter und Aids

In den letzten Monaten habe ich nicht nur viel von der Landschaft kennen gelernt, sondern auch viel über Südafrikas Geschichte erfahren. Ich wusste zwar auch schon einiges vorher, da ich mich damit etwas beschäftigt hatte, aber durch die verschiedenen Museen, die ich jetzt gesehen habe und auch durch einige Gespräche bin ich jetzt viel besser informiert.
Mehr und mehr lerne ich inzwischen auch die verschiedenen Kulturen innerhalb Südafrikas kennen und bekomme auch immer mehr über das aktuelle politische Geschehen mit.

Bildung in SA
Ein ziemlich aktuelles Thema während meiner Reise war das Thema Schulabschluss. Vor den Weihnachtsferien haben viele ihr Matric geschrieben (Matric ist wie unser Abitur, nur ein Jahr früher) und die Quote derer die durchgefallen sind lag bei 60 %. Nicht nur ich finde, dass diese hohe Durchfallquote definitiv zu hoch ist.
Am meisten Schwierigkeiten scheinen wohl die Schwarzen zu haben , was nicht sehr verwunder-lich ist. In Südafrika kosten alle Schulen Geld, sowohl staatliche wie auch private. Nur die Schulen in den Townships sind kostenlos, jedoch sind diese überfüllt: 40 bis 50 Schüler pro Klasse sind der Normalfall. Außerdem scheint es wohl in vielen Familien immer noch Tradition zu sein, dass die Kinder keine höhere Bildung wie der Vater, der das Familienoberhaupt bildet, haben dürfen. Hinzu kommt, dass viele keine Unterstützung von zu Hause bekommen. Das liegt häufig daran, dass beide Eltern Vollzeit arbeiten oder die Kinder gar keine Eltern mehr haben. Alkohol- und andere Drogenprobleme können ebenfalls zu dieser Situation führen. Das sind alles wichtige Faktoren und wahrscheinlich nicht die einzigen, die dazu führen, dass die Schüler das Klassenziel nicht erreichen oder die Prüfungen nicht bestehen.

Politische Ämter, Präsident
Ein weiteres gesellschaftlich relevantes Thema ist die Frage, wie und von wem eigentlich die politischen Ämter besetzt werden. Nach dem offiziellen Ende der Rassentrennung wurden wohl viele Ämter an Widerstandskämpfer vergeben, die sich sehr engagiert haben und mit ihrem Einsatz viel im Bezug auf das Thema Gleichberechtigung erreicht haben, aber über wenig Erfahrung verfügten, wie Landes-Politik gemacht und sinnvoll umgesetzt wird..

Aids/HIV
Südafrika ist das Land mit der höchsten Aidsrate.

    • Anteil der HIV/AIDS-Infizierten und Erkrankten bezogen auf die Gesamtbevölkerung (15–49 Jahre): 21,5%

    • Infizierte: 5,3 Millionen

    • Todesopfer: 370.000
Wie zu erwarten sind die meisten Betroffenen schwarz oder farbig. Dazu ein Beispiel direkt bei mir aus der Umgebung. Masiphumele, das Township bei mir „um die Ecke“, hat schätzungsweise etwa um 30.000 Einwohner, von denen 25- 35% mit HIV Infiziert sind. Das sind schon erschreckend hohe Zahlen und dagegen müsste dringend mehr unternommen werden, aber dem scheint nicht so zu sein. Das ist echt traurig, denn es sind vor allem auch viele Kinder davon betroffen entweder, weil sie Mutter und/oder Vater verlieren, sie es von der Mutter bekommen haben oder weil sie vergewaltigt wurden, denn auch das kommt sehr viel bei der armen Bevölkerung vor.