In den letzten Monaten habe ich nicht nur viel von der Landschaft kennen gelernt, sondern auch viel über Südafrikas Geschichte erfahren. Ich wusste zwar auch schon einiges vorher, da ich mich damit etwas beschäftigt hatte, aber durch die verschiedenen Museen, die ich jetzt gesehen habe und auch durch einige Gespräche bin ich jetzt viel besser informiert.
Mehr und mehr lerne ich inzwischen auch die verschiedenen Kulturen innerhalb Südafrikas kennen und bekomme auch immer mehr über das aktuelle politische Geschehen mit.
Bildung in SA
Ein ziemlich aktuelles Thema während meiner Reise war das Thema Schulabschluss. Vor den Weihnachtsferien haben viele ihr Matric geschrieben (Matric ist wie unser Abitur, nur ein Jahr früher) und die Quote derer die durchgefallen sind lag bei 60 %. Nicht nur ich finde, dass diese hohe Durchfallquote definitiv zu hoch ist.
Am meisten Schwierigkeiten scheinen wohl die Schwarzen zu haben , was nicht sehr verwunder-lich ist. In Südafrika kosten alle Schulen Geld, sowohl staatliche wie auch private. Nur die Schulen in den Townships sind kostenlos, jedoch sind diese überfüllt: 40 bis 50 Schüler pro Klasse sind der Normalfall. Außerdem scheint es wohl in vielen Familien immer noch Tradition zu sein, dass die Kinder keine höhere Bildung wie der Vater, der das Familienoberhaupt bildet, haben dürfen. Hinzu kommt, dass viele keine Unterstützung von zu Hause bekommen. Das liegt häufig daran, dass beide Eltern Vollzeit arbeiten oder die Kinder gar keine Eltern mehr haben. Alkohol- und andere Drogenprobleme können ebenfalls zu dieser Situation führen. Das sind alles wichtige Faktoren und wahrscheinlich nicht die einzigen, die dazu führen, dass die Schüler das Klassenziel nicht erreichen oder die Prüfungen nicht bestehen.
Politische Ämter, Präsident
Ein weiteres gesellschaftlich relevantes Thema ist die Frage, wie und von wem eigentlich die politischen Ämter besetzt werden. Nach dem offiziellen Ende der Rassentrennung wurden wohl viele Ämter an Widerstandskämpfer vergeben, die sich sehr engagiert haben und mit ihrem Einsatz viel im Bezug auf das Thema Gleichberechtigung erreicht haben, aber über wenig Erfahrung verfügten, wie Landes-Politik gemacht und sinnvoll umgesetzt wird..
Aids/HIV
Südafrika ist das Land mit der höchsten Aidsrate.
-
Anteil der HIV/AIDS-Infizierten und Erkrankten bezogen auf die Gesamtbevölkerung (15–49 Jahre): 21,5% -
Infizierte: 5,3 Millionen -
Todesopfer: 370.000
Wie zu erwarten sind die meisten Betroffenen schwarz oder farbig. Dazu ein Beispiel direkt bei mir aus der Umgebung. Masiphumele, das Township bei mir „um die Ecke“, hat schätzungsweise etwa um 30.000 Einwohner, von denen 25- 35% mit HIV Infiziert sind. Das sind schon erschreckend hohe Zahlen und dagegen müsste dringend mehr unternommen werden, aber dem scheint nicht so zu sein. Das ist echt traurig, denn es sind vor allem auch viele Kinder davon betroffen entweder, weil sie Mutter und/oder Vater verlieren, sie es von der Mutter bekommen haben oder weil sie vergewaltigt wurden, denn auch das kommt sehr viel bei der armen Bevölkerung vor.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen