So nun sind es nur noch 5 Tage und dann werde auch ich Deutschland für ein Jahr verlassen. Meine offizielle Verabscheidungsfeier, die ich zusammen mit Niklas gemacht habe (der für ein Jahr nach Indien geht), habe ich schon gut überstanden.
Un irgendwie ist das schon ein komisches Gefühl, ich weiß zwar ganz genau das ich bald weg bin, aber trotzdem so wirklich realisiert habe ich das alles noch nicht und ich glaube das werde ich auch frühestens im Flugzeug.
Inzwischen habe ich das Vorbereitungsseminar verarbeitet und bin nun dabei meine Sachen zusammen zu suchen und erste "Packversuche" zu machen. Ist gar nicht so einfach zu entscheiden was alles mit kommt und was zu Hause bleiben soll, ist immerhin für ein Jahr und ich darf nur 30kg mitnehmen, gar nicht so einfach das alles.
Nun will ich aber nochmal kurz zum Senminar zu sprechen kommen.
Wenn ich jetzt so zurückschaue kann ich sagen das es wunderschöne und interessamte, aber auch sehr anstrengende Tage waren, die ihre Spuren bei mir hinterlassen haben. Ich habe soviele tolle Menschen kennengelernt und gute Gespräche geführt und auch unser "Programm" war gut und abwechslungsreich. Aber auch sehr voll und dann die vielen Eindrücke und Begegnungen, das hat schon ne weile gebraucht bis ich das alles verarbeitet hatte und wieder ausgeruht war, denn etwas Schlafmangel hatte ich da auch. Ich freue mich nun noch mehr auf das kommende Jahr und auf das abschließende Rückkehrer-Seminar, bei dem ich viele von diesem Seminar wieder sehen werde, das wird sicher interessant, denn ich denke die meisten werden eine Veränderung durchmachen (mich eingeschlossen) und auf viele Dinge einen anderen Blickwinkel entwickeln. Zudem habe ich einige von diesen Menschen in mein Herz geschlossen und hoffe dass ich in Kontakt bleiben werde mit Ihnen, aber dank moderner Kommunikationsmittel wie das Internet, welches inzwischen fast überall zu finden ist, wird es nicht so schwer sein.
So wird es natürlich auch mir möglich sein mit Euch die Ihr in Deutschland bleibt in Kontakt zu bleiben und das finde ich sehr gut zu wissen und wird mir den Abschied vielleicht auch etwas leichter machen. Denn es wird sicher sehr schwer für mich wenn ich dann am Samstagabend am Frankfurter Fughafen stehe und weiß dass ich meine Familie lange Zeit nicht sehen werde und meine Freunde die mich dort verabschieden werden, werde ich ein Jahr nicht sehen, daran darf ich noch gar nicht denken, sonst werd ich jetzt schon ganz traurig und eigentlich freue ich mich total auf das Jahr und die ganzen Erfahrungen und Erlebnisse die ich dort machen werde. Seit ich im März die Zusage für meine Stelle in Südafrika bekommen habe, sehne ich dieses Jahr herbei und die Zeit konnte am Anfang nicht schnell genug vergehen, inzwischen bin ich froh das ich bis jetzt Zeit hatte, aber nun reicht es auch langsam und ich will endlich los und einen neuen Lebensabschnitt beginnen, die nächste Lebensstufe erklimmen, um auf Hermann Hesses Gedicht zu sprechen zu kommen. Dieses Gedicht haben wir übrigens von unseren Teamer mit auf den Weg bekommen.
Stufen
Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!
Hermann Hesse
So das wars dann erstmal wieder von mir, es geht nun weiter ans aussuchen und packen...
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